Faktencheck

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Der Auftragsbestand ist in zwei Dritteln der Unternehmen gut oder sehr gut.
Die Mehrheit erwartet zudem eine gute oder sehr gute Entwicklung in nächster Zeit.

IG Metall, 23.09.2026

Fakt ist: Anziehende Aufträge und nach oben korrigierte Konjunkturprognosen sind kein Zeichen einer Trendwende. Im Plus sind bloß Branchen wie die Rüstungsindustrie, die nur einen kleinen Teil der ganzen M+E-Industrie ausmacht. Lässt man diesen Bereich außer Acht, ist der Auftragsbestand weiter rückläufig. Im Übrigen: In Deutschland verbuchte Aufträge bedeuten noch lange nicht, dass diese Aufträge dann auch an den Standorten in Deutschland abgearbeitet werden. Nachhaltig bergauf wird es erst gehen, wenn die Unternehmen wieder Vertrauen in den Standort Deutschland haben und hier investieren.

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Der aktuellen Strukturkrise mit niedrigeren ⁠Arbeitskosten zu begegnen, ist (…) keine Lösung.
Denn diese machten nur knapp 17 Prozent der Kosten aus, in der Autoindustrie sogar nur elf Prozent.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, 23.09.2026

Fakt ist: Die Arbeitskosten machen einen entscheidenden Anteil an den Kosten der Unternehmen aus. Betrachtet man nur die Wertschöpfung, die im eigenen Unternehmen erbracht wird, und rechnet nicht die zugekauften Vorprodukte mit ein, liegt der Anteil der Arbeitskosten bei rund 80 Prozent. Wer das ignoriert, betreibt Realitätsverweigerung. Und er verweigert sich einer Debatte über den einzigen Kostenfaktor, den Arbeitgeber und Gewerkschaft selbst beeinflussen können, um den Standort wieder attraktiv zu machen.

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Eine Befragung von Betriebsräten in rund 2400 Unternehmen ergab, dass etwas mehr als die Hälfte
die Lage in ihren Unternehmen für gut oder sehr gut hält.

IG Metall, 23.09.2026

Fakt ist: Nach Daten des ifo-Instituts erwarten 22 Prozent der M+E-Unternehmen für dieses Jahr einen Verlust, weitere 21 Prozent gerade mal eine „schwarze Null“. Die Branchen, in den die Lage besser ist, machen nur einen kleinen Teil der gesamten M+E-Industrie aus. Zwei Drittel der M+E-Beschäftigten hingegen arbeiten in Branchen, die schrumpfen.

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Allgemein sind Standortkosten ein Problem. Dazu gehören beispielsweise Energiepreise,
aber nicht die Arbeitskosten.

Barbara Resch, Bezirksleiterin Baden-Württemberg der IG Metall, 19.07.2026

Fakt ist: Betrachtet man die eigene Wertschöpfung der Unternehmen, dann machen die Arbeitskosten 80 Prozent aus. Dass die Arbeitskosten nicht das einzige Problem sind, stimmt. Aber es ist das Problem, das zumindest teilweise in der Verantwortung der Tarifparteien liegt.

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Die Arbeitgeber missbrauchen die Krise,
um Tabula rasa zu machen.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, 28.07.2026

Fakt ist: Die Arbeitgeber versuchen derzeit alles, um ihre Beschäftigten zu halten, obwohl 2026 voraussichtlich das dritte Rezessionsjahr für M+E in Folge sein wird. Vergleicht man den Rückgang von Produktion und Beschäftigung, gibt es aktuell sogar einen Personalüberhang von rund 300.000 Beschäftigten. Im Übrigen kennt die IG Metall die Bücher selbst genau: Sie sitzt in den Aufsichtsräten und hat die Entwicklung der von der Krise betroffenen Unternehmen eng mitgestaltet.

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Die Krise der deutschen Automobilindustrie ist zu großen Teilen hausgemacht, weil die Vorstände der Autokonzerne reihenweise
falsche Entscheidungen getroffen haben.

IG Metall, 11.08.2026

Fakt ist: Seit 2015 sind die Arbeitskosten um 41 % und die Tarifentgelte um 30 % gestiegen. Die Produktivität konnte mit 17 % aber bei Weitem nicht mithalten. Die deutsche Automobilindustrie ist nach wie vor international absolut wettbewerbsfähig – aber nicht mehr am Standort Deutschland. Das muss sich wieder ändern.

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Leute rauszuschmeißen, ganze Regionen in Deutschland verarmen zu lassen, industrielle Strukturen mutwillig zu zerstören, ist auch
kein Plan für die Zukunft.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, 23.08.2026

Fakt ist: Kein Unternehmer in Deutschland gibt leichtfertig Standorte auf oder entlässt seine Mitarbeiter. Das müsste die IG Metall eigentlich besser wissen. Anstelle von Vorwürfen muss jetzt eine gemeinsame Kraftanstrengung der Tarifpartner gelingen, um die Kosten zu senken und damit den Standort zu retten.

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Wer jetzt glaubt, die Zukunft der Industrie lasse sich durch längere Arbeitszeiten, Standortabbau und
Druck auf die Beschäftigten sichern, irrt.

Barbara Resch, Bezirksleiterin Baden-Württemberg der IG Metall, Juli 2026

Fakt ist: Die Arbeitskosten in der Metall- und Elektro-Industrie am Standort Deutschland sind insgesamt zu hoch und lassen sich im internationalen Wettbewerb nicht mehr verdienen. Deshalb müssen die Unternehmen die Möglichkeit erhalten, den immensen Kostendruck zu senken.

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Erst unsere Jobs,
dann eure Profite!

IG Metall, 01.05.2026

Fakt ist: 42 % der M+E-Unternehmen haben 2025 fast gar keinen Gewinn gemacht oder sogar Verluste geschrieben. Und andersherum wird ein Schuh draus: Jede Fabrik wird mit Profiten gebaut.

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