Aktuelles
23.09.2026
Zum Forderungsbeschluss des IG Metall-Vorstands für die Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) sagt Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter:
„Jedes Handeln muss auf einer objektiven Betrachtung der Wirklichkeit beruhen. Wir müssen auf die tatsächliche Lage in unseren Betrieben passende Antworten finden. Wenn die IG Metall in dieser Lage eine Forderung von 5 Prozent erhebt, ignoriert sie die Dimension und Tiefe der Krise unserer Industrie.
Die Lage unserer Branche ist krisenbedingt schlecht. Viele Unternehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Der Industrie- und Produktionsstandort Deutschland ist international nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Und das alles in unsicheren Zeiten mit weltweiten Konflikten und zunehmenden Handelsschranken. Also verschieben die Unternehmen Investitionen, müssen die Produktion drosseln, verlagern oder einstellen – und müssen Arbeitsplätze abbauen.
Die Deindustrialisierung ist in vollem Gang, 350.000 verlorene Arbeitsplätze in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2019 sprechen eine klare Sprache. Wir haben in der kommenden Tarifrunde nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln. Für zu viele unserer Unternehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten.“
Wenn die IG Metall auf ihre eigene Beschäftigtenbefragung verweise und darauf, dass die Beschäftigten der Luft- und Raumfahrt, der Rüstung und des Schiffsbaus eine positive Einschätzung der Lage hätten, lasse sie die Relationen außer Acht. Selbst wenn die Lage dort tatsächlich ausnahmslos positiv sein sollte: In diesen Branchen arbeiten 236.000 der insgesamt 3,712 Millionen Arbeitnehmer der Metall- und Elektro-Industrie. Wenn man Doppelzählungen herausrechnet, sind das vielleicht 4,5 Prozent aller Beschäftigten der Branche.
22.09.2026
Metall- und Elektroindustrie in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik
Präsident Kirchhoff: „Tarifrunde 2026 ist keine Runde wie viele andere zuvor!“
Als „eindeutig zu hoch und völlig unrealistisch“ haben die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber die Forderung der IG Metall NRW nach Einkommensverbesserungen von fünf Prozent zurückgewiesen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und ElektroIndustrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, erklärte am Dienstag in Düsseldorf, eine auch nur annähernde Umsetzung der Forderung würde den zuletzt schon beschleunigten Personalabbau noch weiter verschärfen. „Unsere Industrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Deshalb ist die Tarifrunde 2026 auch keine Tarifrunde wie viele andere zuvor“, sagte Kirchhoff. Die De-Industrialisierung in nahezu allen M+E-Branchen des Landes sei in vollem Gang. Seit dem Jahr 2018 seien die Produktion um 27 Prozent und die Beschäftigung um zehn Prozent eingebrochen. Der Personalabbau drohe sich mit erhöhtem Tempo fortzusetzen. Mittlerweile verliere der größte Industriezweig des Landes Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze. „Ein beträchtlicher Kostenfaktor für unsere Unternehmen ist der hohe Lohnkostenanteil am Umsatz mit im Mittel 20 bis 30 Prozent je nach Betrieb und Branche. Die hohen Arbeitskosten sind eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Als Tarifvertragsparteien stehen wir jetzt in der Verantwortung, unseren Teil zur Senkung des erheblichen Kostendrucks in unseren Unternehmen beizutragen“, sagte Kirchhoff.
Die anstehende Tarifrunde werde nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten auch für die Akzeptanz und damit für die Zukunft des Flächentarifs eine sehr entscheidende. Dessen müsse sich auch die IG Metall bewusst werden. „Unsere Mitgliedsunternehmen blicken sehr angespannt auf die Tarifverhandlungen“, betonte er. Sie erwarteten einen Abschluss, der die richtigen tarifpolitischen Antworten auf die großen Herausforderungen dieser strukturellen Industriekrise biete. „Gemeinsames Ziel von Gewerkschaften und Arbeitgebern muss eine Re-Industrialisierung unseres Landes und der Stopp des Abbaus von Arbeitsplätzen sein“, erklärte Kirchhoff.
22.09.2026
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., zum heutigen Forderungsbeschluss der IG Metall Bayern in der Tarifrunde 2026:
„Die Forderungen der IG Metall Bayern sind in der Höhe überzogen, wirtschaftlich nicht tragfähig und verkennen die heterogene Lage der M+E Industrie. Die gewünschte Tarifsteigerung würde die Unternehmen inakzeptabel belasten, einen weiteren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bedeuten und den Beschäftigungsabbau beschleunigen. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung, also den Ansatz, wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen extra zur Kasse zu bitten, lehnen wir entschieden ab. Er stellt das System des Flächentarifvertrags grundsätzlich in Frage. Hier stehen wir an einem Kipppunkt der Tarifbindung. Die geforderte soziale Komponente für untere Entgeltgruppen führt zur weiteren Verteuerung von Produktionsarbeit und erhöht den Verlagerungsdruck. Wir wollen Arbeit und Wertschöpfung in Bayern halten.
Selbst die aktuelle IG Metall Umfrage zur Tarifrunde 2026 ergab, dass es der Mehrheit der Betriebe nicht gut geht. Und dennoch fordert die Gewerkschaft eine Entgelterhöhung um 5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das heizt die Verlagerungstendenzen weiter an und nimmt den Unternehmen die dringend benötigten Mittel für Innovationen und Investitionen. Unverständlich ist auch die geforderte Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 110 Euro, da es bereits in der Tarifrunde 2024 eine außerordentliche Erhöhung um 140 Euro und um zusätzlich 3,1 Prozent gegeben hatte.
Die Forderung nach einer zusätzlichen Zahlung für gut gehende Unternehmen stellt das Prinzip eines Flächentarifvertrags, nämlich die einheitlichen Regelungen der Arbeitsbedingungen einer Branche, sehr grundsätzlich in Frage. Während die in den zurückliegenden Runden vereinbarte Möglichkeit, Tarifleistungen bei schwieriger wirtschaftlicher Situation des Unternehmens auszusetzen, dazu beiträgt, die Tarifbindung zu erhalten, bewirkt die umgekehrte Richtung das genaue Gegenteil. Der Flächentarifvertrag wäre für diese Unternehmen nutzlos und damit am Ende. Klar ist, wer für Erfolg bestraft wird, steigt aus dem Flächentarif aus. Die IG Metall spielt hier mit ihrer eigenen Zukunft. Bei allem Verständnis für die Belange der Beschäftigten verkennt die IG Metall die schwierige Lage für die deutlich überwiegende Mehrheit der bayerischen M+E Betriebe.
So liegt die Produktion der bayerischen M+E Industrie aktuell um mehr als 15 Prozent unter dem Niveau von 2018, dem letzten wirtschaftlich wirklich guten Jahr. Das ist ein Tiefpunkt. Die Auftragseingänge erholen sich nur langsam, außerdem konzentrieren sich die Zuwächse auf einzelne Wirtschaftszweige. 40 Prozent der bayerischen M+E-Firmen berichten weiterhin von Produktionsbehinderungen durch fehlende Aufträge. Das zeigt, dass die Deindustrialisierung weiter am Laufen ist. Für eine dauerhafte Reindustrialisierung müssen wir unseren Standort wieder fit machen und die Kosten senken, damit die Unternehmen in Bayern wieder investieren und Innovationen auf den Weg bringen können. Nur so lässt sich der Beschäftigungsabbau stoppen und umkehren.
Denn dieser hält unvermindert an: So sank die Zahl der Beschäftigten in der bayerischen M+E Industrie in den ersten sieben Monaten des Jahres um fast 11.000. Seit dem letzten Höchststand im Januar 2024 gingen sogar über 37.000 Stellen verloren. Aktuell zählt die bayerische M+E Industrie noch rund 836.000 Beschäftigte. Vor gut zwei Jahren waren es noch fast 875.000. Wir fordern daher die IG Metall auf, mit Augenmaß tragfähige Lösungen zu finden, die sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen. Das muss das Ziel in dieser Tarifrunde sein.“
22.09.2026
Forderung der IG Metall wäre ein Brandbeschleuniger
Der HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert warnt vor einer Vertreibung der Industrie aus Hessen und Deutschland. „Für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie wird es immer schwerer, unter den hier geltenden Bedingungen wettbewerbsfähig für den Weltmarkt zu produzieren. Die Produkte unserer Unternehmen sind immer noch Weltklasse und in vielen Bereichen weiterhin technisch führend. Aber der Vorsprung ist nicht mehr groß genug, sodass die Kunden oftmals nicht bereit sind, die durch die Produktionskosten in Deutschland verursachten hohen Preise zu bezahlen. Deshalb investieren auch die Firmen immer weniger im eigenen Land. Nun ist kluges und entschlossenes Handeln von Politik und Sozialpartnern gefragt, um dies zu ändern.“
Hessen ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektro-Industrie und von strukturellen Standortdefiziten stark betroffen. Aktuell gehen jeden Monat 500 bis 600 Arbeitsplätze verloren. Seit dem Höchststand 2018 summiert sich der Verlust damit bereits auf rund 34.000 Arbeitsplätze – nur in Hessen.
„Wenn eine bundesweite Umfrage unter rund 1.000 Mitgliedsunternehmen ergibt, dass fast die Hälfte der Unternehmen in diesem Jahr ihre Investitionen in Deutschland in diesem Jahr kürzen wird, unterstreicht dies die schlechten Voraussetzungen am Standort. Über zwei Drittel der Unternehmen nannten die hohen Arbeitskosten als wichtigsten Grund für den Investitionsrückgang. Noch vor den hohen Energiekosten und der ausufernden Bürokratie.“
Pollert unterstrich, dass diese Ergebnisse den dringenden Handlungsbedarf bei diesem Thema aufzeigten. In der anstehenden Tarifrunde gelte es, sich ehrlich zu machen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln. „Die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent geht deshalb völlig an der Realität vorbei und wäre nichts anderes als ein Brandbeschleuniger. Ich bin fest davon überzeugt: Durch kluge tarifpolitische Weichenstellungen haben wir selbst einen entscheidenden Hebel in der Hand, ob wir auch zukünftig eine starke innovative Industriebasis in unserem Land erhalten werden“, so Pollert abschließend.
22.09.2026
Angesichts der heutigen Forderungsempfehlung des IG-Metall-Bezirks Mitte warnt der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) vor überzogenen Erwartungen in der kommenden Tarifrunde. „Unsere Branche befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Seit 2018 erleben wir eine Kombination aus Rezession und Stagnation. In dieser Situation wird es für die M+E-Unternehmen immer schwieriger, noch wettbewerbsfähig für den Weltmarkt zu produzieren“, sagt ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. „Seit 2018 ist die Produktion um 15 Prozent zurückgegangen, gleichzeitig sind die Tarifentgelte im gleichen Zeitraum um 20,5 Prozent gestiegen.“
Für die Unternehmen ist es sehr wichtig, auch die Bedürfnisse und Sorgen der Fachkräfte im Blick zu behalten. Motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für jedes Unternehmen. Aber am Ende muss sich die Produktion hierzulande rechnen. „Unsere Produkte sind in vielen Bereichen technisch führend. Die Kunden sind aber immer weniger bereit, die durch die höheren Produktionskosten in Deutschland auch deutlich höheren Preise zu zahlen“, sagt Schlechter. In der Folge wandert Produktion zunehmend an günstigere Standorte ab.
Die Lage der Branche ist ernst. Deshalb ist es Aufgabe der Sozialpartner, die Kostenbelastung zu begrenzen. Beim Faktor Arbeit haben wir Tarifparteien es in der Hand, gemeinsam eine kluge Lösung zu finden, die uns auf den Weg der Wettbewerbsfähigkeit zurückbringen. Diese Lösung werden wir in den kommenden Wochen gemeinsam mit der IG Metall suchen.
22.09.2026
Krause: „Vorstellungen der Gewerkschaft sind realitätsfremd. Das macht uns fassungslos“
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall weist die Tarifforderung der IG Metall Baden-Württemberg in aller Deutlichkeit zurück. „Eine Forderung von 5 Prozent in der jetzigen Zeit macht uns fassungslos. Damit werden völlig falsche Erwartungen geweckt und wir verlieren aus dem Auge, was nötig ist, um die industrielle Basis in Deutschland zu stärken. Durch die Tarifpolitik können wir es selbst beeinflussen, ob wir auch zukünftig eine starke Industrie in unserem Land haben werden – oder eben nicht“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter Sebastian Krause am Dienstag in Stuttgart. Die Gewerkschaft gefährde mit solch maßlosen Lohnforderungen mitten in der Krise zehntausende zusätzliche Arbeitsplätze.
Für die Arbeitgeber stehe bei der diesjährigen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie mehr als alles andere das Thema „Kosten senken“ und der Erhalt der industriellen Struktur im Fokus. Solch gewaltige Lohnsteigerungen passten nicht in die aktuelle Zeit, in der immer mehr Wertschöpfung im Inland verlorengeht und immer mehr Betriebe ums Überleben kämpfen. „Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können und somit möglichst viele Arbeitsplätze im Land erhalten bleiben“, stellte Krause unmissverständlich klar. Ziel müsse es sein, Lösungskorridore für Kostensenkungen zu schaffen.
Der Südwesten ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektroindustrie und von strukturellen Standortdefiziten besonders stark betroffen. Allein im Juni waren 5.400 Jobs in der Branche in Baden-Württemberg verlorengegangen. Seit dem Höchststand von 2019 summiert sich der Verlust damit bereits auf rund 90.000 Arbeitsplätze. 50 Prozent der Unternehmen im Südwesten rechnen mit einer weiter sinkenden Beschäftigung. Nach belastenden Standortfaktoren gefragt, nennen die baden-württembergischen M+E-Firmen am häufigsten die Arbeitskosten (89 Prozent), gefolgt von Bürokratie und Regulierung (86 Prozent) und der Wirtschaftspolitik und Planungssicherheit (74 Prozent). „Diese Ergebnisse zeigen den dringenden Handlungsbedarf“, sagte Krause. In der anstehenden Tarifrunde gelte es nun, die schwierige Situation im Blick zu haben und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln.
22.09.2026
Die IG Metall Küste empfiehlt für die bevorstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie eine Forderung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll es eine tarifliche Gewinnbeteiligung für prosperierende Betriebe und eine soziale Komponente für einkommensschwächere Beschäftigte geben. „Das ist in Summe überhaupt kein geeignetes Signal, um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die fortdauernde Abwärtsspirale zu bremsen. Der Industriestandort bei uns im Norden und auch im gesamten Land kann nur zukunftsfest gemacht werden, wenn die Arbeitskosten spürbar und nachhaltig sinken“, kommentiert Lena Ströbele, Verhandlungsführerin des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL. Dies gelte für die derzeit prosperierenden Branchen genauso wie für die ums Überleben kämpfenden Industriezweige. „Auch volle Auftragsbücher sind kein Garant für zukunftsfeste Arbeitsplätze. Denn wohin die Aufträge am Ende vergeben werden, entscheidet der interne Standortwettbewerb, basierend auf dem externen Kostendruck. Und in dem schneiden ausländische Fertigungs- und Arbeitsstätten oft besser ab.“
Zuletzt habe jedes vierte Unternehmen geplant, Produktion ins Ausland zu verlagern. Die Abwanderung bleibe zudem nicht auf die Fertigung beschränkt; inzwischen seien auch Forschung und Entwicklung andernorts deutlich rentabler. Eine Gewinnbeteiligung werde von den Unternehmen ausgelobt, wenn die Situation dies ermögliche. Ein Tarifvertrag regle dagegen Mindestbedingungen und sei daher der falsche Ort für einen zusätzlichen Einkommensbonus.
„Dass die Forderung niedriger ausgefallen ist als in der vorigen Tarifrunde, ist immerhin ein erstes Zeichen, dass die IG Metall ihre Augen nicht ganz vor den wirtschaftlichen Realitäten verschließt. Das stimmt uns etwas zuversichtlicher für den Auftakt der Gespräche am 8. Oktober in Hamburg. Gleichwohl stehen uns sehr harte Verhandlungen bevor, denn auch im Norden ringen viele Unternehmen um ihre Zukunft“, so Ströbele, die zudem Geschäftsführerin der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG ist.
Das Ziel sei eine zügige und tragfähige Lösung für Beschäftigte und Betriebe, die die Zukunftsfähigkeit der Betriebe nicht weiter belaste, sondern Arbeitsplätze sichere. „Dafür braucht es jetzt schnell einen offenen, ehrlichen und lösungsorientierten Dialog, der nicht auf Eskalation zielt, sondern auf Antworten, Verbindlichkeit und Lösungen.“
22.09.2026
Zur Forderung der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen nach einer Lohnerhöhung von fünf Prozent in der anstehenden Tarifrunde erklärt Henning Brandes, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME):
„Die IG Metall will in dieser Tarifrunde offenbar große Kuchenstücke verteilen – dabei ist in vielen Betrieben unklar, ob überhaupt genügend Mehl zum Backen vorhanden ist. Die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn ist völlig unangemessen. Die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg steckt seit Jahren in einer historischen Strukturkrise. Die Transformation verlangt den Betrieben alles ab. Das weiß auch die Gewerkschaft. Die Personalkosten sind ein gewichtiger Teil des Problems. Die IG Metall darf sich dieser Einsicht nicht verweigern, sonst gefährdet sie die Produktion in Deutschland. Es geht in dieser Tarifrunde darum, Arbeitsplätze und Standorte so abzusichern, dass unsere Unternehmen eine Zukunft haben.
Die Tarifvertragsparteien müssen in einer extrem schwierigen Lage zeigen, dass sie gemeinsam zu einer Lösung kommen, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sichert und die Beschäftigung stabilisiert. Kosten senken, Standort retten – das ist die klare Maßgabe für diese Tarifrunde.“
22.09.2026
VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft zur heutigen Forderungsempfehlung der IG Metall Mitte:
„Große Bereiche der Metall- und Elektroindustrie befinden sich in einer Strukturkrise. In dieser Einschätzung besteht kein grundsätzlicher Dissens zwischen IG Metall und uns“, sagte VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft. Der M+E-Standort Deutschland stehe im internationalen Wettbewerb und habe zu hohe Energiepreise, zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie und zu hohe Arbeitskosten. Bei den ersten drei Themen warten beide Tarifvertragsparteien dringend auf die notwendigen Entlastungen durch den Staat sowohl für Arbeitnehmer und Unternehmer. Die Gestaltung der Arbeitskosten liege in unmittelbarer und gemeinsamer Verantwortung beider Flächentarifvertragsparteien. Dr. Kreft: „Daher brauchen wir in dieser Tarifrunde von Beginn an Augenmaß, um angesichts der für breite Teile der M+E-Industrie herrschenden Strukturkrise am Ende der Verhandlungen dann eine Kompromisslösung zu präsentieren, die sowohl für die Mitglieder der IG Metall als auch unsere Mitglieder Akzeptanz findet“.
Zur Wahrheit gehöre, so Dr. Kreft weiter, dass die tariflichen M+E-Vergütungen im Vergleich mit anderen Branchen einen Spitzenplatz belegen. „Uns ist bewusst, dass die in Thüringen am 12. Oktober startenden Verhandlungen mit der IG Metall nicht einfach werden. Mit der gewerkschaftlichen Hauptforderung von 5 Prozent Tabellenerhöhung auf eine Laufzeit von 12 Monaten werden aber zu hohe Erwartungen bei den Beschäftigten geweckt. Auch deswegen, weil es im April dieses Jahres bereits eine Erhöhung von 3,1 % gegeben hat.“
In der jetzt beginnenden Tarifrunde gehe es darum, auch durch wettbewerbsfähige tarifliche Arbeitskosten die industrielle Struktur und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Deutschland und Thüringen halten zu können. Der VMET stehe der IG Metall für das notwendige Ringen um tragfähige flächentarifvertragliche Lösungen zur Verfügung, wofür aber auch die Breite der Mitgliedschaft der M+E-Betriebe argumentativ mitgenommen werden müsse, so Dr. Kreft abschließend.
Die erste Tarifverhandlung für 28.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie findet am 12. Oktober 2026, 11:00 Uhr, im Hotel Mercure in Erfurt, Meienbergstrasse 26-27, statt.
22.09.2026
Statement von Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metallindustriellen Niedersachsens e.V., zur heute von der IG Metall bekannt gegebenen Forderung für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie:
„5 Prozent für zwölf Monate zu fordern, ist angesichts der katastrophalen Lage in Teilen unserer Industrie schlicht unrealistisch. Diese Forderung passt nicht in die Zeit. Die Tarifvertragsparteien sollten die kommenden Wochen nutzen, um auf diese extrem auseinanderlaufende Situation in der Metall- und Elektroindustrie innovative Antworten zu finden.“
Termine
22.09.2026
Forderungsbeschluss der regionalen Tarifkommissionen der IG Metall
23.09.2026
Forderungsbeschluss des IG-Metall-Vorstands
07.10.2026
Erste Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen
08.10.2026
Erste Verhandlungsrunde im Norden, in Bayern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim
09.10.2026
Erste Verhandlungsrunde in der Mittelgruppe
12.10.2026
Erste Verhandlungsrunde in Thüringen und Berlin-Brandenburg
14.10.2026
Erste Verhandlungsrunde in Sachsen
31.10.2026
Ablauf des Entgelt-Tarifvertrages und Ende der Friedenspflicht