Aktuelles
12.10.2026
Die erste Tarifverhandlung der Thüringer Metall- und Elektroindustrie in Erfurt stand im Zeichen der angespannten wirtschaftlichen Lage. „Die Situation in großen Teilen unserer Industrie ist dramatisch. Hohe Kosten, strukturelle Standortprobleme und ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld setzen die Betriebe massiv unter Druck“, erklärte VMET-Verhandlungsführer Thomas Kaeser. Zwischen 2019 und 2026 gingen in Thüringens M+E-Industrie bereits 11.600 Arbeitsplätze (-13,4 Prozent) verloren.
Entscheidend sei, so Kaeser weiter, dass die Standortbedingungen verbessert werden, denn die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen steht auf dem Spiel. Es liege nicht in der Macht der Arbeitgeber, Hemmnisse wie hohe Energiekosten und überbordende Bürokratie sowie geopolitische Schwierigkeiten zu beeinflussen. Das sei Aufgabe der Politik. „Allerdings liegt es in der Verantwortung der Tarifparteien, den Gestaltungsspielraum bestmöglich zu nutzen. Hier sind die Arbeitskosten der Dreh- und Angelpunkt. Sie machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten in Unternehmen aus und sind entscheidend dafür, ob Unternehmen investieren und Arbeitsplätze halten und schaffen können“, so Kaeser.
Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt bei zwölf Monaten Laufzeit bezeichnete Kaeser angesichts der wirtschaftlichen Lage als überzogen. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung lehnt der VMET entschieden ab: „Wer für wirtschaftlichen Erfolg bestraft wird, steigt aus dem Flächentarif aus. Das kann weder im Interesse der Arbeitgeber noch der IG Metall sein.“
„In diesen Tarifverhandlungen muss es gelingen, die Weichen so zu stellen, dass möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben und neue entstehen können. Um das zu gewährleisten, müssen sich Investitionen in industrielle Arbeitsplätze wirtschaftlich rechnen, damit unsere Betriebe wieder wettbewerbsfähig werden“, machte der Verhandlungsführer deutlich.
Die Gespräche fanden in einer sachlichen Atmosphäre statt. „Auch wenn beide Seiten aktuell noch weit auseinander liegen, werden wir auch in dieser Tarifrunde mit der IG Metall um tragfähige flächentarifvertragliche Lösungen ringen. Denn auch wir wollen und müssen uns für die Wettbewerbsfähigkeit der Metall- und Elektrobetriebe einsetzen, damit der Flächentarifvertag auch eine Chance hat. Gewerkschaft und Arbeitgeber müssen jetzt zeigen, dass wir als Tarifvertragsparteien gemeinsam handlungsfähig sind“, so Thomas Kaeser.
Die Verhandlungen finden für 28.000 Beschäftigte der Thüringer Metall- und Elektroindustrie statt.
12.10.2026
„Diese Tarifrunde muss einen Beitrag dazu leisten, dass der Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig wird. Die Gewerkschaft muss der Realität ins Auge sehen: Ihre Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und weiteren Zusatzleistungen wird der schwierigen Lage unserer Betriebe in keiner Weise gerecht.“ Das sagte Henning Brandes, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME), nach der ersten Verhandlung mit der IG Metall am Montag in der Hauptstadt. Brandes weiter: „Ein dickes Plus bei den Kosten wäre ein weiteres Minus für den Standort. Die Folgen wären mehr Stellenabbau, mehr Druck auf die Arbeitsplätze, weniger Investitionen und weniger Zukunft.“
Der VME-Verhandlungsführer verwies darauf, dass bundesweit Monat für Monat 10.000 Arbeitsplätze in der deutschen Leitindustrie verloren gehen. Seit 2019 summiere sich der Rückgang auf 350.000 Stellen, die Produktion liege um 15 Prozent unter dem damaligen Niveau. Das gehe zurück auf harte Konkurrenz aus China, auf US-Zölle, auf den Krieg und auf schlechte Rahmenbedingungen hierzulande. „Natürlich spielen insbesondere die hohen Arbeitskosten in der Metall- und Elektroindustrie eine entscheidende Rolle“, kritisierte der VME-Verhandlungsführer. „Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet 55 Euro, in Polen aber nur rund 18 Euro, bei etwa vergleichbarer Produktivität. Nur wenn wir die Arbeitskosten wieder in den Griff bekommen, werden Betriebe und Beschäftigung wieder sicher.“
Den Verweis der IG Metall auf steigende Verbraucherpreise als Begründung ihrer hohen Forderung werteten die Arbeitgeber als nicht überzeugend. „Erstens müssen auch die Unternehmen steigende Material- und Energiekosten schultern. Zweitens entsteht durch steigende Preise noch kein höherer Verteilungsspielraum“, sagte Brandes. „Den bekommen wir nur durch mehr Produktivität und mehr Erfolg am Markt.“ Dafür brauche es einen Tarifabschluss mit Augenmaß, der die Betriebe stärkt, Spielräume für Investitionen eröffnet und die Arbeitsplätze sichert. „Kosten senken, Standort retten – das ist die Aufgabe für uns als Sozialpartner in dieser Tarifrunde.“
09.10.2026
Heute hat in Frankfurt die erste Tarifverhandlung zwischen der Verhandlungsgemeinschaft der vier Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit der IG Metall Mitte für die noch rund 360.000 Beschäftigen in diesen Tarifgebieten stattgefunden.
Verhandlungsführer Ralph Wangemann: „An der Lage der M+E-Industrie gibt es nichts zu beschönigen und bei ihrer Beurteilung kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Das dritte Rezessionsjahr in Folge ist absehbar. Damit dauert die derzeitige Krise so lang an wie noch nie. Die Produktion liegt bundesweit weiterhin 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Im selben Zeitraum sind rund 350.000 Arbeitsplätze in der deutschen M+E-Industrie verlorengegangen und jeden Monat verlieren wir deutschlandweit rund 10.000 weitere Arbeitsplätze. Die Auslastung in unserer Industrie ist desolat. Im Durchschnitt sind die technischen Kapazitäten nur zu 79 Prozent genutzt. Das sind insgesamt erschreckende Zahlen und wir müssen inzwischen von De-Industrialisierung sprechen.“
„Vor diesem Hintergrund hat die Gewerkschaft mit 5 Prozent eine Forderung aufgerufen, die aus längst vergangenen, besseren Zeiten stammt. Trotz Produktionseinbruchs, den Herausforderungen des Strukturwandels und geopolitischen Krisen. Wir halten diese Forderung für völlig unrealistisch, sie würde die aktuelle Wettbewerbs- und Investitionskrise unserer Unternehmen noch deutlich weiter verschärfen und gefährdet massiv Beschäftigung. “
Nach Ansicht der vier Arbeitgeberverbände der Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE ist es höchste Zeit, den Standort zu stärken, um wieder wettbewerbsfähiger produzieren zu können und positive Signale für Investitionen zu geben. Ralph Wangemann: „Der Abwärtsspirale in Richtung De-Industrialisierung, in die unser Standort geraten ist, können wir nur durch zügiges Umsteuern entrinnen. Hier sind Wirtschafts- und Tarifpolitik gleichermaßen gefordert. Die Möglichkeiten, die wir als Sozialpartner haben, müssen wir dabei sehr verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert nutzen.“
Im Hinblick auf den Fortgang der Verhandlungen sagte Wangemann: „Wir haben in den letzten Jahren, die außerordentlich herausfordernd für unsere Unternehmen waren, in den Tarifrunden Abschlüsse vereinbart, die durchaus auch ein Vorschuss auf bessere Zeiten waren. Wie wir sehen, sind diese leider nicht eingetreten. Deshalb muss es uns jetzt gemeinsam gelingen, in dieser Tarifrunde eine Lösung zu finden, die hilft, dort wo es notwendig ist, die Kosten zu senken und unseren Standort endlich wieder zu stärken.“
Die zweite Tarifverhandlung ist für den 28. Oktober 2026 angesetzt.
09.10.2026
Heute hat in Frankfurt die erste Tarifverhandlung zwischen der Verhandlungsgemeinschaft der vier Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit der IG Metall Mitte für die noch rund 360.000 Beschäftigen in diesen Tarifgebieten stattgefunden.
Zum Auftakt der Verhandlungen fand Ralph Wangemann, Verhandlungsführer der Arbeitgeber im Tarifbezirk M+E MITTE, deutliche Worte zur wirtschaftlichen Lage: „An der Lage der M+E-Industrie gibt es nichts zu beschönigen und bei ihrer Beurteilung kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben. Das dritte Rezessionsjahr in Folge ist absehbar. Damit dauert die derzeitige Krise so lang an wie noch nie. Die Produktion liegt bundesweit weiterhin 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Im selben Zeitraum sind rund 350.000 Arbeitsplätze in der deutschen M+E-Industrie verlorengegangen und jeden Monat verlieren wir deutschlandweit rund 10.000 weitere Arbeitsplätze. Die Auslastung in unserer Industrie ist desolat. Im Durchschnitt sind die technischen Kapazitäten nur zu 79 Prozent genutzt. Das sind insgesamt erschreckende Zahlen und wir müssen inzwischen von De-Industrialisierung sprechen. Vor diesem Hintergrund hat die Gewerkschaft mit 5 Prozent eine Forderung aufgerufen, die aus längst vergangenen, besseren Zeiten stammt. Trotz Produktionseinbruchs, den Herausforderungen des Strukturwandels und geopolitischen Krisen. Wir halten diese Forderung für völlig unrealistisch, sie würde die aktuelle Wettbewerbs- und Investitionskrise unserer Unternehmen noch deutlich weiter verschärfen und gefährdet massiv Beschäftigung.“
Vor diesem Hintergrund warnte Dr. Christian Kauth, Präsident und Verhandlungsführer von PfalzMetall, vor weiteren Belastungen für die Unternehmen: „Unsere Industrie verliert seit Jahren an Wettbewerbsfähigkeit. Investitionen bleiben aus, Produktion wird verlagert und Arbeitsplätze gehen verloren. Wer angesichts dieser Entwicklung fünf Prozent mehr Entgelt fordert, blendet die wirtschaftliche Realität in unseren Betrieben aus. Unsere Unternehmen sind zwar technologisch weiterhin führend, doch immer weniger Kunden sind bereit, die höheren Kosten des Standorts Deutschland mitzutragen. Wir können deshalb nicht immer weiter an der Kostenschraube drehen und gleichzeitig erwarten, dass die Unternehmen am Standort festhalten. Wir brauchen jetzt einen Tarifabschluss, der die Kostenbelastung senkt, Investitionen ermöglicht und Beschäftigung sichert. Arbeitsplätze entstehen nicht durch immer höhere Tarifabschlüsse, sondern durch wettbewerbsfähige Unternehmen. Wir müssen unseren Standort retten – darum geht es.“
Nach Ansicht der vier Arbeitgeberverbände der Verhandlungsgemeinschaft M+E MITTE sei es höchste Zeit, den Standort zu stärken, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und wieder positive Signale für Investitionen zu setzen. Die Abwärtsspirale in Richtung Deindustrialisierung lasse sich nur durch ein zügiges Umsteuern stoppen, erklärten die Verhandlungsführer. Wirtschafts- und Tarifpolitik seien dabei gleichermaßen gefordert. Auch die Sozialpartner müssten ihren Handlungsspielraum verantwortungsvoll nutzen und ihren Beitrag zur Stärkung des Standorts leisten.
Mit Blick auf den Fortgang der Verhandlungen machten die Verhandlungsführer deutlich, dass in den vergangenen, für die Unternehmen außerordentlich schwierigen Jahren Tarifabschlüsse vereinbart worden seien, die teilweise auch einen Vorschuss auf bessere Zeiten dargestellt hätten. Diese besseren Zeiten seien jedoch ausgeblieben. Deshalb müsse es nun gemeinsam gelingen, eine Lösung zu finden, die dort, wo es notwendig sei, Kosten senke und den Standort wieder stärke.
Die zweite Tarifverhandlung ist für den 28. Oktober 2026 angesetzt.
09.10.2026
Heute hat in Frankfurt die erste Tarifverhandlung zwischen der Verhandlungsgemeinschaft der vier Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektroindustrie aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit der IG Metall Mitte für die rund 360.000 Beschäftigen in diesen Tarifgebieten stattgefunden. Die vier Verbände Hessenmetall, ME Saar, Pfalzmetall und vem die Arbeitgeber verhandeln gemeinsam in der Gemeinschaft M+E-MITTE über einen neuen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft.
Die Verhandlungen finden in einer höchst angespannten Lage statt. „An der Lage der M+E-Industrie gibt es nichts zu beschönigen und bei ihrer Beurteilung kann es eigentlich keine zwei Meinungen geben“, sagt M+E-MITTE-Verhandlungsführer Ralph Wangemann. „Das dritte Rezessionsjahr in Folge ist absehbar. Damit dauert die derzeitige Krise so lang an wie noch nie. Die Produktion liegt bundesweit weiterhin 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Im selben Zeitraum sind rund 350.000 Arbeitsplätze in der deutschen M+E-Industrie verlorengegangen und jeden Monat verlieren wir deutschlandweit rund 10.000 weitere Arbeitsplätze.“ Gleichzeitig sei die Auslastung der Unternehmen der M+E-Industrie desolat. Im Durchschnitt werden die Anlagen nur noch zu 79 Prozent genutzt. „Das sind insgesamt erschreckende Zahlen und wir müssen inzwischen von De-Industrialisierung sprechen.“
Nach Ansicht des Verhandlungsführers und Präsidenten des Verbands der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar), Oswald Bubel, ist es höchste Zeit, gegenzusteuern und positive Signale für Investitionen zu geben. Vor allem brauche es den Willen zu einem moderaten Abschluss, der die Unternehmen nicht weiter belastet. „Die Forderung der IG Metall in Höhe von fünf Prozent hilft vor diesem Hintergrund nicht weiter“, sagt Bubel. „Angesichts der größten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik halten wir eine solche Forderung für völlig unrealistisch. Sie würde die aktuelle Wettbewerbskrise der Unternehmen noch weiter verschärfen. Tarifpolitik muss jetzt den Standort stärken und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie unterstützen. Die Unternehmen brauchen finanziellen Freiraum für Investitionen, die langfristig Beschäftigung sichern.“
Angesichts der drohenden Deindustrialisierung mahnt Wangemann zum gemeinsamen Umsteuern: „Hier sind Wirtschafts- und Tarifpolitik gleichermaßen gefordert. Die Möglichkeiten, die wir als Sozialpartner haben, müssen wir dabei sehr verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert nutzen.“ Vor allem weist er darauf hin, dass die Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre auch in der Hoffnung auf eine konjunkturelle Kehrtwende erfolgt sind: „Wie wir sehen, sind diese leider nicht eingetreten. Deshalb muss es uns jetzt gemeinsam gelingen, in dieser Tarifrunde eine Lösung zu finden, die hilft, dort, wo es notwendig ist, die Kosten zu senken und unseren Standort endlich wieder zu stärken.“
Die zweite Tarifverhandlung ist für den 28. Oktober 2026 angesetzt.
08.10.2026
Die erste Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie wurde heute in München ohne Ergebnis vertagt. „Wir hatten einen konstruktiven Austausch. Über den Ernst der Lage in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie herrschen aber diametrale Ansichten. Während die IG Metall noch Reserven bei den Unternehmen für ihre überzogenen Entgeltforderungen erkennt, sehen wir eine tiefe strukturelle Krise und große Herausforderungen durch die Transformation. Dazu kommt eine weiterhin schwache konjunkturelle Lage. Dennoch beharrt die IG Metall unbeirrt auf ihrer Forderung, sieht in der Breite der Betriebe den Spielraum für 5 Prozent mehr Entgelt und weitere Belastungen. Das verkennt in der Höhe die wirtschaftlichen Realitäten und ignoriert, dass wir auch auf der Kostenseite Maß und Mitte bewahren müssen. Denn die von der IG Metall verbreitete Behauptung, dass Arbeitskosten für Unternehmen keine Rolle spielen, ist falsch und brandgefährlich“, kommentiert der Verhandlungsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., Thomas Kaeser.
So betragen die Arbeitskosten an den Gesamtkosten rund 38 Prozent. Das ergab eine aktuelle Umfrage der bayerischen M+E Arbeitgeber. Damit haben sie einen großen Einfluss auf die Kostenstruktur und sind zudem unmittelbar durch die Tarifparteien beeinflussbar. „Das, was wir teurer sind, müssen wir produktiver sein. Die Rechnung geht aber nicht mehr auf und wir sehen uns mit den Folgen konfrontiert: Allein seit Anfang des Jahres wurden knapp 10.000 Arbeitsplätze in der bayerischen M+E Industrie abgebaut. Aktuell zählt die bayerische M+E Industrie noch rund 837.000 Beschäftigte. Vor gut zwei Jahren waren es noch fast 875.000. Und dieser Trend geht monatlich weiter. So darf es nicht weiter gehen“, fordert Kaeser. Die Tarifentgelte sind in der M+E Industrie seit 2015 um rund 30 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich die Produktivität nur um 16,5 Prozent erhöht. Kaeser betont: „Forderungen nach Entgelterhöhungen müssen sich unbedingt wieder am Produktivitätswachstum orientieren. Denn wir können nur verteilen, was wir vorher erwirtschaftet haben.“
Der vbm setzt sich mit Nachdruck für einen Flächentarifvertrag ein, der Mindestbedingungen in der bayerischen M+E Industrie definiert. „Wir müssen diesen wieder für eine breitere Unternehmerschaft attraktiv machen. Die tarifliche Gewinnbeteiligung, also den Ansatz, wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen extra zur Kasse zu bitten, lehnen wir daher entschieden ab. Das wäre gefährlich für den Flächentarifvertrag. Wir hoffen hier auf die Einsicht der IG Metall, dass sie mit der eigenen Zukunft spielt“, erklärt Kaeser und fügt hinzu: „Wir müssen als Tarifpartner die Verantwortung übernehmen, die aktuell angespannte Lage zu verbessern. Wir brauchen einen Abschluss mit Augenmaß, der unseren Standort, unsere bayerische M+E Industrie stärkt und den Weg für einen nachhaltigen Aufschwung ebnet.“
Die zweite Tarifverhandlung in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie findet am 27. Oktober 2026 in Coburg statt.
08.10.2026
Zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie hat NORDMETALL-Verhandlungsführerin Lena Ströbele die Forderung der IG Metall Küste als unrealistisch und inakzeptabel zurückgewiesen. „Fünf Prozent Lohnsteigerung und weitere Zusatzleistungen für ein Jahr sind angesichts der dramatischen Lage der M+E-Industrie nicht akzeptabel“, erklärte Ströbele nach den rund zweistündigen Verhandlungen in Hamburg-Bergedorf. „Wir haben den Gewerkschaftsvertretern ausführlich dargestellt, dass die deutsche M+E-Industrie seit 2019 gut 340.000 Arbeitsplätze verloren hat und der Abbau von bis zu 300.000 weiteren Stellen droht, wenn jetzt nicht energisch umgesteuert wird. Die Produktion liegt 15 Prozent unter dem Niveau von 2019. Das liegt nicht nur an den immer noch schlechten Rahmenbedingungen im Land, der wachsenden Konkurrenz aus China, den US-Zöllen und internationalen Konflikten. Das liegt vor allem an den viel zu hohen Arbeitskosten in der M+E-Industrie. Etwa 55 Euro kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland, nur gut 18 Euro in Polen, bei mittlerweile vergleichbarer Produktqualität, um nur ein Beispiel zu nennen – diese Differenz vernichtet Wettbewerbsfähigkeit“, so Ströbele.
Angesichts dieser historischen Krise hätten noch nie so viele norddeutsche M+E-Firmen Produktionsverlagerungen ins Ausland geplant wie heute: „Mehr als ein Viertel fühlen sich gezwungen wegzuziehen. Der extreme Kostendruck setzt selbst den Unternehmen mit gut gefüllten Auftragsbüchern in der Luft- oder Raumfahrtindustrie, unter Schiffbauern und der Rüstungswirtschaft massiv zu – von gebeutelten Betrieben im Maschinen- oder Straßenfahrzeugbau ganz zu schweigen. Wenn wir den Abbau von Arbeitsplätzen und die Verlagerung oder Schließung von Betrieben verhindern wollen, müssen wir jetzt Kosten senken, um den Standort zu retten.“
Nachdem man in der ersten Verhandlungsrunde am Donnerstag versucht habe, ein gemeinsames Bewusstsein für diese existenzielle Bedrohung herzustellen, müssten beide Seiten in den kommenden Wochen die richtigen Schlüsse aus diesem Befund ziehen. „Nur wenn wir jetzt eindeutige Signale des Umsteuerns gegen den massiven Kostendruck geben, haben wir als Sozialpartner unsere gemeinsame Verantwortung für das Land und unsere Industrie wahrgenommen“, sagte die Tarifverhandlungsführerin. NORDMETALL und die IG Metall Küste kommen am 27. Oktober in Oldenburg zur zweiten Verhandlungsrunde zusammen.
08.10.2026
Die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalts hat heute in Barleben stattgefunden.
Die Metall- und Elektroarbeitgeber in Sachsen-Anhalt sehen die IG Metall Forderung einer Entgelterhöhung um 5 Prozent als klar zu hoch und unrealistisch an. Die Metall- und Elektroindustrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Diese Tatsache wird durch die Gewerkschaftsforderung völlig ausgeblendet. Seit 2019 sind in Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalts mehr als zehntausend Arbeitsplätze verlorengegangen. Eine auch nur annähernde Umsetzung der Forderung würde den zuletzt schon beschleunigten Personalabbau noch weiter verschärfen.
„Die Betriebe unserer Branche sehen sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Neben hohen Energiepreisen, einer wachsenden Bürokratielast und einer Steuer- und Abgabenbelastung, die unseren Standort im internationalen Wettbewerb schwächt, belasten insbesondere die Arbeitskosten die Unternehmen. Gerade in den klein- und mittelständisch geprägten Betrieben Sachsen-Anhalts machen Personalkosten einen wesentlichen Teil der gesamten Wertschöpfungskosten aus“, sagt Frank Aschenbach, Verhandlungsführer vom Verband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen-Anhalt e. V. (VME).
„Das hohe Kostenniveau wirkt sich negativ auf Investitionsentscheidungen aus. Immer häufiger würden Investitionen verschoben oder außerhalb Deutschlands realisiert. Zusätzliche tarifliche Belastungen werden diesen Trend weiter verstärken. Als Tarifvertragsparteien stehen wir jetzt in der Verantwortung, unseren Teil zur Senkung des erheblichen Kostendrucks in unseren Unternehmen beizutragen“, so Aschenbach weiter.
„Investitionen und die Sicherung industrieller Arbeitsplätze werden nur dort erfolgen, wo Unternehmen dauerhaft wettbewerbsfähig produzieren können. Die bevorstehenden Tarifverhandlungen böten die Chance, hierzu einen wichtigen Beitrag zu leisten und den Industriestandort Sachsen-Anhalt nachhaltig zu stärken. Wir müssen die Chance nutzen“, fasst Aschenbach zusammen.
08.10.2026
Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die niedersächsische Metall- und Elektroindustrie (M+E) hat NiedersachsenMetall vor weiteren Belastungen der Unternehmen gewarnt. Dr. Volker Schmidt, NiedersachsenMetall-Hauptgeschäftsführer, und der Vorsitzende der Tarifkommission, Dr. Mladen Petkovic, betonten, dass die Lage der Industrie ist nicht nur konjunkturell schwierig ist. „Wir erleben einen fortgesetzten Verlust industrieller Substanz“, sagte Schmidt. „Deshalb muss diese Tarifrunde vor allem eines im Blick behalten: Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Beschäftigung am Standort.“
Die Produktion der M+E-Industrie liege inzwischen rund 15 Prozent unter dem Niveau von 2018. Im selben Zeitraum seien bundesweit fast 350.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Zugleich arbeite die Branche seit drei Jahren mit einer deutlich zu niedrigen Kapazitätsauslastung. Aktuell gingen mehr als 10.000 Arbeitsplätze im Monat verloren. „Der Beschäftigungsabbau ist keine theoretische Gefahr für unsere Branche, er findet längst statt“, sagte Petkovic.
Auch bessere Auftragseingänge seien noch kein Zeichen für eine breite Trendwende. „Entscheidend ist nicht nur, ob Aufträge eingehen, sondern wo daraus Produktion, Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen. Genau da sehen wir weiterhin ein strukturelles Problem“, sagte Schmidt. Die Auftragseingänge hätten sich zwar teilweise erholt, die Produktion folge dieser Entwicklung aber bislang nicht. „Wenn Aufträge hier verbucht werden, die daraus entstehende Produktion aber zunehmend an anderen Standorten stattfindet, hilft das dem Industriestandort Deutschland nur begrenzt.“
Schmidt warnte zugleich davor, die zuletzt besseren gesamtwirtschaftlichen Prognosen überzubewerten. Ein erheblicher Teil des kurzfristigen Wachstums werde durch zusätzliche staatliche Ausgaben und Schulden getragen. „Wir sollten ein schuldenfinanziertes Strohfeuer nicht mit einem selbsttragenden Aufschwung verwechseln. Nachhaltiges Wachstum entsteht dann, wenn Unternehmen wieder aus eigener Überzeugung in Deutschland investieren.“ Die Ausrüstungsinvestitionen der M+E-Industrie lägen inzwischen fast zehn Milliarden Euro unter dem Niveau von 2019. Gleichzeitig planten viele international aktive Unternehmen höhere Investitionen im Ausland.
Aus dieser wirtschaftlichen Lage müsse die Tarifpolitik die richtigen Konsequenzen ziehen, erklärte Tarifkommissionsvorsitzender Dr. Mladen Petkovic. Die Forderung der IG Metall nach fünf Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten passe nicht zur Realität vieler Unternehmen. Rund jedes vierte M+E-Unternehmen rechne in diesem Jahr mit Verlusten, bei einem weiteren guten Fünftel liege die Rendite lediglich zwischen null und zwei Prozent.
Der Flächentarifvertrag müsse deshalb unterschiedliche wirtschaftliche Situationen ausreichend berücksichtigen. „Wir brauchen einen tariflichen Rahmen, der auch für Unternehmen funktioniert, die unter erheblichem wirtschaftlichem Druck stehen“, sagte Petkovic. „Ein Flächentarifvertrag muss verlässlich sein, aber zugleich genügend Spielraum bieten, um auf sehr unterschiedliche wirtschaftliche Situationen reagieren zu können.“
Petkovic verwies zugleich auf die gemeinsame Verantwortung der Tarifpartner: „Unser gemeinsames Ziel mit der IG Metall sollte sein, industrielle Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze in Deutschland und insbesondere in Niedersachsen zu halten. Dafür brauchen wir in dieser Tarifrunde einen nüchternen Blick auf die Lage und am Ende eine Lösung, die für Beschäftigte und Unternehmen tragfähig ist.“
08.10.2026
Heute begannen für die rund 16.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie die Tarifverhandlungen im Tarifgebiet Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim. Dabei traf die IG-Metall-Forderung von 5% Entgelterhöhung auf großes Unverständnis. Die Arbeitgeber beurteilen die aktuelle Lage angesichts der anhaltenden Wirtschaftskrise als extrem kritisch, der Wettbewerbsdruck sei enorm. Die Kosten am Standort Deutschland seien zu hoch. In der längsten Strukturkrise der Metall- und Elektroindustrie unbeirrt Lohnerhöhungen von 5% zu fordern, sei der falsche Weg. Es müsse alles getan werden, um eine weitere De-Industrialisierung zu verhindern und die Produktion in der Region zu halten.
„Unsere Unternehmen sind im Krisenmodus. Wenn es um Investitions- und Standortentscheidungen geht, sind die Arbeitskosten ein relevantes Kriterium. Eine fünfprozentige Tariferhöhung würde die aktuelle Wettbewerbs- und Investitionskrise nur noch weiter verschärfen“, sagt Verhandlungsführer Guido Remme, Standortleiter des Multidivisionsstandorts Lemförde der ZF Friedrichshafen AG.
Es ginge jetzt darum, gegenzusteuern und den Standort zu stärken, Arbeitsplätze und Wertschöpfungsketten zu sichern. Die M+E-Produktion sei weiterhin rückläufig, die Produktionskapazität nicht ausgelastet, Beschäftigung bedroht. „Wir sehen eine Krisenspirale aus mangelnder Wettbewerbsfähigkeit, Unterauslastung mit steigenden Kosten, fehlender Investitionsstärke und sinkender Innovationskraft. Die Sozialpartner müssen die Standortrettung in den Fokus nehmen und verantwortungsvoll mit der Krise umgehen“, so Remme. Daher seien konstruktive Verhandlungen notwendig. „Diese Tarifrunde muss eine Weichenstellung Richtung Standortstabilisierung sein, dafür tragen wir gemeinsame Verantwortung“, betonte Remme.
Die Fortsetzung der Verhandlungen ist für den 30.10.2026 geplant.
07.10.2026
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall fordert die IG Metall dazu auf, in der Tarifrunde 2026 gemeinsam eine Lösung für die Zukunft des Industriestandortes Baden-Württemberg zu erarbeiten. „Es geht darum, die Weichen so zu stellen, dass sich Investitionen in industrielle Arbeitsplätze wirtschaftlich rechnen. Nur dann wird es gelingen, möglichst viele dieser Arbeitsplätze zu erhalten oder neue Arbeitsplätze aufzubauen“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter S. Krause am Mittwoch nach der ersten Verhandlungsrunde für Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Der Austausch mit der Gewerkschaft über die immensen Herausforderungen sei zwar konstruktiv gewesen, trotzdem habe man noch einen sehr langen Weg zu gehen. „Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen steht auf dem Spiel. Statt um Lohnerhöhungen muss es diesmal um wirkliche Entlastungen für die Firmen gehen“, betonte der Verhandlungsführer.
„Wir müssen die Kosten senken. Das steht völlig außer Frage“, sagte Krause unmissverständlich in Richtung Gewerkschaft. Kämen die Kostensenkungen nicht, drohe „ein deutlich verschärfter personeller Kahlschlag“ in der ohnehin krisengebeutelten Metall- und Elektroindustrie (M+E). Es gehe um den Erhalt der industriellen Struktur und damit um zehntausende Arbeitsplätze. Bundesweit sind in der Branche seit dem Höchststand 2019 bereits 350.000 Jobs verlorengegangen, davon knapp 100.000 in Baden-Württemberg. Der Grund: Aufgrund der hohen Kosten am Standort Deutschland wird hierzulande immer weniger investiert und produziert. Monat für Monat gehen 10.000 weitere Arbeitsplätze verloren.
„Die Forderung der Gewerkschaft nach 5 Prozent mehr Lohn ist vor diesem Hintergrund schlicht realitätsfremd und völlig überzogen“, betonte Krause. „Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Krisensituation. Wenn wir die Kosten nun noch weiter nach oben treiben, wird sich der Verlust industrieller Substanz im Land immer weiter beschleunigen“, sagte Krause im Anschluss an die ersten Tarifgespräche in Ludwigsburg. „Wir brauchen eine spürbare Entlastung – ohne Wenn und Aber.“
Bundesweit 25 Prozent aller M+E-Firmen haben für das Jahr 2025 rote Zahlen gemeldet und weitere 21 Prozent eine magere Nettoumsatzrendite von lediglich bis zu 2 Prozent. „Natürlich liegt das nicht nur an den Personalkosten. Diese sind aber einer von mehreren Bausteinen, die die Ertragskraft der Unternehmen beeinflussen. Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können“, stellte der Südwestmetall-Vorsitzende klar. Ziel müsse es sein, Lösungskorridore für Kostensenkungen zu schaffen. „Wir beide, Gewerkschaft und Arbeitgeber, müssen jetzt zeigen, dass wir als Tarifvertragsparteien gemeinsam handlungsfähig sind“, appellierte Krause.
Der Südwesten ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektroindustrie und von strukturellen Standortdefiziten besonders stark betroffen. Im Juli 2026 waren in der Branche in Baden-Württemberg noch 914.000 Menschen beschäftigt. Das sind rund 95.000 weniger als auf dem Höchststand 2019. 50 Prozent der Unternehmen im Südwesten rechnen mit einer weiter sinkenden Beschäftigung. Nach belastenden Standortfaktoren gefragt, nennen die baden-württembergischen M+E-Firmen am häufigsten die Arbeitskosten (89 Prozent), gefolgt von Bürokratie und Regulierung (86 Prozent) und der Wirtschaftspolitik und Planungssicherheit (74 Prozent).
Die nächste Verhandlung findet in der letzten Oktoberwoche statt.
07.10.2026
Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die IG Metall davor gewarnt, angesichts der seit Jahrzehnten schwersten Strukturkrise der deutschen Metall- und Elektroindustrie eine Tarifrunde nach einem Fahrplan „Business as usual“ durchführen zu wollen. „Unsere Unternehmen stehen unter einem extremen Kostendruck – und die Höhe der Arbeitskosten spielt hier eine entscheidende Rolle“, sagte der Präsident des Verbandes der Metall- und ElektroIndustrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, am Mittwoch bei der 1. Tarifverhandlung für die rund 640.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs in Düsseldorf. In den mittelständischen Familienunternehmen, die die M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen prägten, liege der Personalkosten-Anteil bei rund 50 Prozent der Einkaufskosten. Die Höhe der Arbeitskosten an deutschen Standorten sei für die Unternehmen der Hauptgrund für die anhaltende Investitionsschwäche. „Im Schnitt werden in der NRW-Metall- und Elektroindustrie inzwischen 65.000 Euro verdient. Diese Engelte sind auf den Weltmärkten mittlerweile kaum noch zu erzielen“, betonte Kirchhoff. Vor diesem Hintergrund sei die 5-Prozent-Forderung der IG Metall „schlicht wirklichkeitsfremd“ und verstärke nur die Verlagerung von Investitionen und Arbeitsplätzen ins Ausland. Die Unternehmen benötigten jetzt spürbare tarifpolitische Lösungen zur Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.
Nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten habe sich der Industriestandort Deutschland inzwischen von den Wachstumspfaden der Weltwirtschaft völlig abgekoppelt. Dies sei umso beunruhigender, als dass andere Länder auch in Europa die massiven weltwirtschaftlichen Verwerfungen durch Konflikte, Zölle und Subventionen besser bewältigen würden. „Die Wirtschaftsleistung etwa in Polen ist in den letzten sieben Jahren um 22 Prozent gewachsen, in Deutschland aber nur um magere 2 Prozent“, erklärte Kirchhoff. Deutschland müsse endlich seine wirtschafts- und sozialpolitischen Hausaufgaben machen, um eine Trendwende zu ermöglichen. Die IG Metall müsse endlich verstehen, dass in diesem Zusammenhang auch die hohen Kosten des Faktors Arbeit von enormer Bedeutung seien. „Wenn die Gewerkschaft will, dass unsere Unternehmen wieder am Standort Deutschland investieren, dann geht das nur mit einer Stärkung der Kosten-Wettbewerbsfähigkeit. Hier kann diese Tarifrunde einen wichtigen Beitrag leisten.“
30.09.2026
Dringender Appell der Arbeitgeber: Südwestmetall fordert die IG Metall zu deutlich mehr Realitätssinn in der bevorstehenden Tarifrunde auf. „Wir müssen die Kosten senken. Daran führt kein Weg vorbei“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter S. Krause am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Stuttgart. Ansonsten drohe ein „verschärfter personeller Kahlschlag“ in der krisengebeutelten Metall- und Elektroindustrie (M+E). Die erste Verhandlungsrunde für Baden-Württemberg ist für den 7. Oktober in Ludwigsburg anberaumt.
Die Forderung der Gewerkschaft nach 5 Prozent mehr Lohn „ist schlicht realitätsfremd und völlig überzogen“, ergänzte Oliver Barta, Hauptgeschäftsführer von Südwestmetall. „Wir befinden uns in einer historisch einmaligen Krisensituation. Wenn wir die Kosten nun noch weiter nach oben treiben, wird sich der Verlust industrieller Substanz im Land immer weiter beschleunigen. Zehntausende zusätzliche Jobs geraten dadurch in Gefahr“, verdeutlichte Barta eindringlich. „Wir brauchen eine spürbare Entlastung – ganz besonders für die Unternehmen, die stark mit der Transformation zu kämpfen haben.“
„Mit der Forderung der IG Metall werden völlig falsche Erwartungen geweckt und wir verlieren aus dem Auge, was nötig ist, um die industrielle Basis in Deutschland zu stärken“, sagte Krause, der Verhandlungsführer der Arbeitgeber bei den anstehenden Tarifverhandlungen in Baden-Württemberg. Die gute Nachricht: „Durch die Tarifpolitik können wir es selbst beeinflussen, ob wir auch zukünftig eine starke Industrie in unserem Land haben werden“, so Krause weiter. Solch gewaltige Lohnsteigerungen wie von der IG Metall gefordert passten definitiv nicht in die aktuelle Zeit, in der immer mehr Wertschöpfung im Inland verlorengeht und immer mehr Betriebe ums Überleben kämpfen.
Bundesweit 25 Prozent aller M+E-Firmen haben für das Jahr 2025 rote Zahlen gemeldet und weitere 21 Prozent eine magere Nettoumsatzrendite von lediglich bis zu 2 Prozent. „Natürlich liegt das nicht nur an den Personalkosten. Diese sind aber einer von mehreren Bausteinen, die die Ertragskraft der Unternehmen beeinflussen. Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können“, stellte der Südwestmetall-Vorsitzende klar. Ziel müsse es sein, Lösungskorridore für Kostensenkungen zu schaffen. „Wir beide, Gewerkschaft und Arbeitgeber, können und müssen jetzt zeigen, dass wir als Tarifvertragsparteien gemeinsam handlungsfähig sind“, appellierte Krause. Dazu gehöre die Pflicht, selbst unter schwierigen Rahmenbedingungen Lösungen zu finden.
„Für die Frage, wo Zukunftsinvestitionen stattfinden, stehen die Personalkosten laut einer Umfrage an erster Stelle“, so der Südwestmetall-Vorsitzende. Zwar seien viele Firmen willens, im Rahmen von Mischkalkulationen auch weiterhin in Deutschland zu entwickeln und zu produzieren. „Wenn der Kostenabstand zu ausländischen Standorten aber zu groß wird, passiert in Zeiten weitgehend aufgezehrter Gewinne genau das, was wir derzeit leider viel zu oft in den Schlagzeilen lesen: Es werden Strukturen verlagert und Arbeitsplätze abgebaut“, verdeutlichte Krause. „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, diesen Trend zu stoppen. Die maßgeblichen Stellhebel haben wir in der Hand, wir müssen sie nur richtig nutzen.“
Der Südwesten ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektroindustrie und von strukturellen Standortdefiziten besonders stark betroffen. Im Juli 2026 waren in der Branche in Baden-Württemberg noch 914.000 Menschen beschäftigt. Das sind rund 95.000 weniger als auf dem Höchststand 2019. 50 Prozent der Unternehmen im Südwesten rechnen mit einer weiter sinkenden Beschäftigung.
Nach belastenden Standortfaktoren gefragt, nennen die baden-württembergischen M+E-Firmen am häufigsten die Arbeitskosten (89 Prozent), gefolgt von Bürokratie und Regulierung (86 Prozent) und der Wirtschaftspolitik und Planungssicherheit (74 Prozent). „Diese Ergebnisse zeigen den dringenden Handlungsbedarf“, sagte Krause abschließend.
25.09.2026
„Wir und die IG Metall wissen: Unserem Industriestandort läuft die Zeit davon, um Produktion und Arbeitsplätze zu sichern. Bei Steuern und Bürokratie sind uns die Hände gebunden. Aber bei den Arbeitskosten können wir handeln – und hier fordert die Gewerkschaft schlicht zu viel. Sie ignoriert die Not vieler Betriebe der Metall- und Elektroindustrie.“ So kommentierte Dr. Peter Schlaffke, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von NORDMETALL, heute die Forderung der IG Metall Küste. Zuvor hatte ihm die Gewerkschaft vor dem Haus der Wirtschaft in Hamburg ihre Liste überreicht: fünf Prozent mehr Entgelt für zwölf Monate, eine Gewinnbeteiligung, Beschäftigungssicherung und eine soziale Komponente für untere Entgeltgruppen und Azubis.
Schlaffke wies die Vertreter der Gewerkschaft auf den massiven Druck hin, unter dem die Metall- und Elektroindustrie steht. Die Kapazitätsauslastung liegt deutschlandweit bei nur 83 Prozent, neun von zehn Betrieben können Kostensteigerungen nicht oder nur teilweise weitergeben. Jedes vierte Unternehmen erwägt Produktionsverlagerungen ins Ausland und seit 2019 sind in der Branche bereits 350.000 Arbeitsplätze verloren gegangen.
Schlaffke betonte weiter, dass NORDMETALL eine tarifliche Gewinnbeteiligung grundsätzlich ablehnt. Profitable Unternehmen dürften nicht bestraft werden. „Wer Erfolg bestraft, gefährdet den Flächentarifvertrag“, so sein Urteil. Auch die soziale Komponente verteuere die Produktion und treibe so die Firmen weiter ins Ausland. Schlaffke schlug stattdessen vor, gemeinsam auf eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge hinzuwirken.
„Wir suchen eine faire Lösung“, erklärte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer zum Abschluss. „Unser Ziel ist klar: Kosten runter, damit die Industrie in Deutschland noch eine Zukunft hat.“ Zum Abschluss überreichte Schlaffke der IG Metall eine Sanduhr. Die Botschaft: Für unseren Industriestandort läuft die Zeit ab.
24.09.2026
Brossardt: „Mit tariflicher Gewinnbeteiligung legt IG Metall Axt an den Flächentarif“
Mit Blick auf die bevorstehende Tarifrunde kritisiert der vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V. die Forderungen der IG Metall als „deutlich überzogen“. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betont: „Für einen Großteil der bayerischen M+E Industrie ist die Lage äußerst angespannt. Die Betriebe stehen unter enormem Druck. Das schwierige außenwirtschaftliche Umfeld und strukturelle Standortprobleme in Deutschland machen der Industrie schwer zu schaffen. Das alles treibt den Stellenabbau und damit die Deindustrialisierung weiter voran.“
In die M+E Tarifrunde 2026 geht der vbm mit der zentralen Botschaft „Weniger Kosten. Mehr Wettbewerbsfähigkeit“. Brossardt erklärt: „Wir müssen dringend die Bedingungen an unserem Standort verbessern. Handelshemmnisse, Energiekosten oder Bürokratie können wir nicht beeinflussen. Das ist Aufgabe der Politik. In der Verantwortung der Tarifparteien liegt es, ihren Gestaltungsspielraum bestmöglich zu nutzen, und hier sind die Arbeitskosten der Dreh- und Angelpunkt. Denn diese machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten in Unternehmen aus und sind entscheidend dafür, ob Unternehmen investieren und Arbeitsplätze halten beziehungsweise schaffen können oder nicht.“
Die Tarifentgelte in der M+E Industrie sind seit 2015 um rund 30 Prozent gestiegen. Über alle Beschäftigten hinweg lag der Jahresverdienst 2025 im Durchschnitt bei 78.000 Euro. Im gleichen Zeitraum hat sich die Produktivität nur um 16,5 Prozent erhöht. Brossardt betont: „Die Entwicklung zeigt eine deutliche Schieflage. Forderungen nach Entgelterhöhungen müssen sich unbedingt wieder am Produktivitätswachstum orientieren. Ein Unternehmen, das keinen Gewinn erwirtschaftet, hat keinen Spielraum für Lohnsteigerungen. Mehr als 40 Prozent der bayerischen M+E Betriebe weisen derzeit eine kritische Ertragslage auf.“
Die IG Metall fordert eine Entgelterhöhung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. „Das würde die Verlagerungstendenzen weiter anheizen und den Unternehmen die dringend benötigten Mittel für Innovationen und Investitionen nehmen.“ Auf Unverständnis stößt auch die geforderte Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 110 Euro. „In der Tarifrunde 2024 hatte es bereits eine außerordentliche Erhöhung um 140 Euro und um zusätzlich 3,1 Prozent gegeben. Im Durchschnitt verdient ein Auszubildender in der bayerischen M+E Industrie derzeit im ersten Lehrjahr 17.900 Euro. Die aktuelle Forderung käme einer Lohnsteigerung um acht Prozent gleich. Das ist nicht nachvollziehbar“, so Brossardt.
Die Forderung nach einer tariflichen Gewinnbeteiligung lehnt der vbm strikt ab. „Damit legt die IG Metall Axt an den Flächentarif. Sie stellt das System des Flächentarifvertrags grundsätzlich in Frage. Es geht um einheitliche Regelungen von Arbeitsbedingungen einer ganzen Branche. Wer für Erfolg bestraft wird, steigt aus dem Flächentarif aus. Das wäre das Ende des Flächentarifvertrags. Wir stehen hier an einer Bruchkante der Tarifbindung. Ich sage klar: Wir wollen eine Zukunft mit dem Flächentarif und keinen Untergang wegen des Flächentarifs“, betont Brossardt.
„Wir erwarten von der IG Metall, dass sie mit uns konstruktiv über einen moderaten und für alle Betriebe machbaren Tarifabschluss verhandelt. Wir müssen gemeinsam faire und gute Lösungen finden, die sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen. Nur so können wir der voranschreitenden Deindustrialisierung entgegenwirken.“
23.09.2026
Zum Forderungsbeschluss des IG Metall-Vorstands für die Tarifrunde 2026 in der Metall- und Elektro-Industrie (M+E-Industrie) sagt Gesamtmetall-Präsident Dr. Udo Dinglreiter:
„Jedes Handeln muss auf einer objektiven Betrachtung der Wirklichkeit beruhen. Wir müssen auf die tatsächliche Lage in unseren Betrieben passende Antworten finden. Wenn die IG Metall in dieser Lage eine Forderung von 5 Prozent erhebt, ignoriert sie die Dimension und Tiefe der Krise unserer Industrie.
Die Lage unserer Branche ist krisenbedingt schlecht. Viele Unternehmen können in Deutschland nicht mehr rentabel wirtschaften. Der Industrie- und Produktionsstandort Deutschland ist international nicht mehr ausreichend wettbewerbsfähig. Und das alles in unsicheren Zeiten mit weltweiten Konflikten und zunehmenden Handelsschranken. Also verschieben die Unternehmen Investitionen, müssen die Produktion drosseln, verlagern oder einstellen – und müssen Arbeitsplätze abbauen.
Die Deindustrialisierung ist in vollem Gang, 350.000 verlorene Arbeitsplätze in der Metall- und Elektro-Industrie seit 2019 sprechen eine klare Sprache. Wir haben in der kommenden Tarifrunde nicht den Luxus, über die Verteilung von Zuwächsen zu verhandeln. Für zu viele unserer Unternehmen geht es um ihre Existenz. Jetzt muss es darum gehen, Kosten zu senken und den Standort zu retten.“
Wenn die IG Metall auf ihre eigene Beschäftigtenbefragung verweise und darauf, dass die Beschäftigten der Luft- und Raumfahrt, der Rüstung und des Schiffsbaus eine positive Einschätzung der Lage hätten, lasse sie die Relationen außer Acht. Selbst wenn die Lage dort tatsächlich ausnahmslos positiv sein sollte: In diesen Branchen arbeiten 236.000 der insgesamt 3,712 Millionen Arbeitnehmer der Metall- und Elektro-Industrie. Wenn man Doppelzählungen herausrechnet, sind das vielleicht 4,5 Prozent aller Beschäftigten der Branche.
22.09.2026
Zum Forderungsbeschluss der IG Metall Mitte für die anstehende Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie erklärt Karsten Tacke, Hauptgeschäftsführer von PfalzMetall: „Die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld für nur zwölf Monate geht an der wirtschaftlichen Realität unserer Branche vorbei. Seit 2018 ist die Produktion der Metall- und Elektroindustrie um 15 Prozent gesunken, während die Tarifentgelte im gleichen Zeitraum bereits um 20,5 Prozent gestiegen sind. Immer mehr Unternehmen kämpfen darum, an deutschen Standorten überhaupt noch wettbewerbsfähig produzieren zu können. In dieser Lage weitere erhebliche Kostensteigerungen zu verlangen, gefährdet Investitionen, Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Die IG Metall fordert Beschäftigungssicherung und Investitionen in die Standorte. Gleichzeitig will sie die Produktion hierzulande noch einmal deutlich verteuern. Das passt nicht zusammen. Technologisch sind unsere Unternehmen weiterhin führend, aber immer weniger Kunden sind bereit, den durch die hohen Produktionskosten verursachten deutschen Standortaufschlag zu bezahlen. Die Folge ist, dass Investitionen, Produktion und zunehmend auch Entwicklung an wettbewerbsfähigere Standorte verlagert werden.
Die Sorgen der Beschäftigten müssen in dieser Tarifrunde eine zentrale Rolle spielen. Dazu gehört aber vor allem die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Wer Beschäftigung sichern will, muss deshalb die Kostenbelastung begrenzen und darf nicht noch zusätzlich an der Kostenschraube drehen. Auch die vorgeschlagenen Gespräche über Gewinnbeteiligung, soziale Komponenten und Beschäftigungssicherung müssen dieser wirtschaftlichen Realität Rechnung tragen und dürfen nicht zu weiteren dauerhaften Belastungen führen.
Die Tarifparteien haben einen entscheidenden Teil selbst in der Hand. Unser gemeinsames Ziel muss sein, die Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen und möglichst viel industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung in Deutschland zu halten. Dafür brauchen wir eine ehrliche Bestandsaufnahme und tragfähige Lösungen – keine Forderungen, die falsche Erwartungen wecken und die Krise weiter verschärfen.“
22.09.2026
Metall- und Elektroindustrie in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik
Präsident Kirchhoff: „Tarifrunde 2026 ist keine Runde wie viele andere zuvor!“
Als „eindeutig zu hoch und völlig unrealistisch“ haben die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber die Forderung der IG Metall NRW nach Einkommensverbesserungen von fünf Prozent zurückgewiesen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und ElektroIndustrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, erklärte am Dienstag in Düsseldorf, eine auch nur annähernde Umsetzung der Forderung würde den zuletzt schon beschleunigten Personalabbau noch weiter verschärfen. „Unsere Industrie befindet sich in der schwersten Strukturkrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Deshalb ist die Tarifrunde 2026 auch keine Tarifrunde wie viele andere zuvor“, sagte Kirchhoff. Die De-Industrialisierung in nahezu allen M+E-Branchen des Landes sei in vollem Gang. Seit dem Jahr 2018 seien die Produktion um 27 Prozent und die Beschäftigung um zehn Prozent eingebrochen. Der Personalabbau drohe sich mit erhöhtem Tempo fortzusetzen. Mittlerweile verliere der größte Industriezweig des Landes Monat für Monat rund 2.500 Arbeitsplätze. „Ein beträchtlicher Kostenfaktor für unsere Unternehmen ist der hohe Lohnkostenanteil am Umsatz mit im Mittel 20 bis 30 Prozent je nach Betrieb und Branche. Die hohen Arbeitskosten sind eine wesentliche Ursache für die massive Wettbewerbsschwäche der Unternehmen am Industriestandort Nordrhein-Westfalen. Als Tarifvertragsparteien stehen wir jetzt in der Verantwortung, unseren Teil zur Senkung des erheblichen Kostendrucks in unseren Unternehmen beizutragen“, sagte Kirchhoff.
Die anstehende Tarifrunde werde nach Worten des NRW-Metallarbeitgeberpräsidenten auch für die Akzeptanz und damit für die Zukunft des Flächentarifs eine sehr entscheidende. Dessen müsse sich auch die IG Metall bewusst werden. „Unsere Mitgliedsunternehmen blicken sehr angespannt auf die Tarifverhandlungen“, betonte er. Sie erwarteten einen Abschluss, der die richtigen tarifpolitischen Antworten auf die großen Herausforderungen dieser strukturellen Industriekrise biete. „Gemeinsames Ziel von Gewerkschaften und Arbeitgebern muss eine Re-Industrialisierung unseres Landes und der Stopp des Abbaus von Arbeitsplätzen sein“, erklärte Kirchhoff.
22.09.2026
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e. V., zum heutigen Forderungsbeschluss der IG Metall Bayern in der Tarifrunde 2026:
„Die Forderungen der IG Metall Bayern sind in der Höhe überzogen, wirtschaftlich nicht tragfähig und verkennen die heterogene Lage der M+E Industrie. Die gewünschte Tarifsteigerung würde die Unternehmen inakzeptabel belasten, einen weiteren Verlust an Wettbewerbsfähigkeit bedeuten und den Beschäftigungsabbau beschleunigen. Eine tarifliche Gewinnbeteiligung, also den Ansatz, wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen extra zur Kasse zu bitten, lehnen wir entschieden ab. Er stellt das System des Flächentarifvertrags grundsätzlich in Frage. Hier stehen wir an einem Kipppunkt der Tarifbindung. Die geforderte soziale Komponente für untere Entgeltgruppen führt zur weiteren Verteuerung von Produktionsarbeit und erhöht den Verlagerungsdruck. Wir wollen Arbeit und Wertschöpfung in Bayern halten.
Selbst die aktuelle IG Metall Umfrage zur Tarifrunde 2026 ergab, dass es der Mehrheit der Betriebe nicht gut geht. Und dennoch fordert die Gewerkschaft eine Entgelterhöhung um 5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Das heizt die Verlagerungstendenzen weiter an und nimmt den Unternehmen die dringend benötigten Mittel für Innovationen und Investitionen. Unverständlich ist auch die geforderte Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 110 Euro, da es bereits in der Tarifrunde 2024 eine außerordentliche Erhöhung um 140 Euro und um zusätzlich 3,1 Prozent gegeben hatte.
Die Forderung nach einer zusätzlichen Zahlung für gut gehende Unternehmen stellt das Prinzip eines Flächentarifvertrags, nämlich die einheitlichen Regelungen der Arbeitsbedingungen einer Branche, sehr grundsätzlich in Frage. Während die in den zurückliegenden Runden vereinbarte Möglichkeit, Tarifleistungen bei schwieriger wirtschaftlicher Situation des Unternehmens auszusetzen, dazu beiträgt, die Tarifbindung zu erhalten, bewirkt die umgekehrte Richtung das genaue Gegenteil. Der Flächentarifvertrag wäre für diese Unternehmen nutzlos und damit am Ende. Klar ist, wer für Erfolg bestraft wird, steigt aus dem Flächentarif aus. Die IG Metall spielt hier mit ihrer eigenen Zukunft. Bei allem Verständnis für die Belange der Beschäftigten verkennt die IG Metall die schwierige Lage für die deutlich überwiegende Mehrheit der bayerischen M+E Betriebe.
So liegt die Produktion der bayerischen M+E Industrie aktuell um mehr als 15 Prozent unter dem Niveau von 2018, dem letzten wirtschaftlich wirklich guten Jahr. Das ist ein Tiefpunkt. Die Auftragseingänge erholen sich nur langsam, außerdem konzentrieren sich die Zuwächse auf einzelne Wirtschaftszweige. 40 Prozent der bayerischen M+E-Firmen berichten weiterhin von Produktionsbehinderungen durch fehlende Aufträge. Das zeigt, dass die Deindustrialisierung weiter am Laufen ist. Für eine dauerhafte Reindustrialisierung müssen wir unseren Standort wieder fit machen und die Kosten senken, damit die Unternehmen in Bayern wieder investieren und Innovationen auf den Weg bringen können. Nur so lässt sich der Beschäftigungsabbau stoppen und umkehren.
Denn dieser hält unvermindert an: So sank die Zahl der Beschäftigten in der bayerischen M+E Industrie in den ersten sieben Monaten des Jahres um fast 11.000. Seit dem letzten Höchststand im Januar 2024 gingen sogar über 37.000 Stellen verloren. Aktuell zählt die bayerische M+E Industrie noch rund 836.000 Beschäftigte. Vor gut zwei Jahren waren es noch fast 875.000. Wir fordern daher die IG Metall auf, mit Augenmaß tragfähige Lösungen zu finden, die sowohl die Interessen der Beschäftigten als auch die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen berücksichtigen. Das muss das Ziel in dieser Tarifrunde sein.“
22.09.2026
Forderung der IG Metall wäre ein Brandbeschleuniger
Der HESSENMETALL-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert warnt vor einer Vertreibung der Industrie aus Hessen und Deutschland. „Für die Unternehmen der Metall- und Elektro-Industrie wird es immer schwerer, unter den hier geltenden Bedingungen wettbewerbsfähig für den Weltmarkt zu produzieren. Die Produkte unserer Unternehmen sind immer noch Weltklasse und in vielen Bereichen weiterhin technisch führend. Aber der Vorsprung ist nicht mehr groß genug, sodass die Kunden oftmals nicht bereit sind, die durch die Produktionskosten in Deutschland verursachten hohen Preise zu bezahlen. Deshalb investieren auch die Firmen immer weniger im eigenen Land. Nun ist kluges und entschlossenes Handeln von Politik und Sozialpartnern gefragt, um dies zu ändern.“
Hessen ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektro-Industrie und von strukturellen Standortdefiziten stark betroffen. Aktuell gehen jeden Monat 500 bis 600 Arbeitsplätze verloren. Seit dem Höchststand 2018 summiert sich der Verlust damit bereits auf rund 34.000 Arbeitsplätze – nur in Hessen.
„Wenn eine bundesweite Umfrage unter rund 1.000 Mitgliedsunternehmen ergibt, dass fast die Hälfte der Unternehmen in diesem Jahr ihre Investitionen in Deutschland in diesem Jahr kürzen wird, unterstreicht dies die schlechten Voraussetzungen am Standort. Über zwei Drittel der Unternehmen nannten die hohen Arbeitskosten als wichtigsten Grund für den Investitionsrückgang. Noch vor den hohen Energiekosten und der ausufernden Bürokratie.“
Pollert unterstrich, dass diese Ergebnisse den dringenden Handlungsbedarf bei diesem Thema aufzeigten. In der anstehenden Tarifrunde gelte es, sich ehrlich zu machen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln. „Die Forderung der IG Metall nach 5 Prozent geht deshalb völlig an der Realität vorbei und wäre nichts anderes als ein Brandbeschleuniger. Ich bin fest davon überzeugt: Durch kluge tarifpolitische Weichenstellungen haben wir selbst einen entscheidenden Hebel in der Hand, ob wir auch zukünftig eine starke innovative Industriebasis in unserem Land erhalten werden“, so Pollert abschließend.
22.09.2026
Angesichts der heutigen Forderungsempfehlung des IG-Metall-Bezirks Mitte warnt der Verband der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (ME Saar) vor überzogenen Erwartungen in der kommenden Tarifrunde. „Unsere Branche befindet sich in der schwersten Wirtschaftskrise seit Bestehen der Bundesrepublik. Seit 2018 erleben wir eine Kombination aus Rezession und Stagnation. In dieser Situation wird es für die M+E-Unternehmen immer schwieriger, noch wettbewerbsfähig für den Weltmarkt zu produzieren“, sagt ME-Saar-Hauptgeschäftsführer Martin Schlechter. „Seit 2018 ist die Produktion um 15 Prozent zurückgegangen, gleichzeitig sind die Tarifentgelte im gleichen Zeitraum um 20,5 Prozent gestiegen.“
Für die Unternehmen ist es sehr wichtig, auch die Bedürfnisse und Sorgen der Fachkräfte im Blick zu behalten. Motivierte und hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein wichtiger Faktor für jedes Unternehmen. Aber am Ende muss sich die Produktion hierzulande rechnen. „Unsere Produkte sind in vielen Bereichen technisch führend. Die Kunden sind aber immer weniger bereit, die durch die höheren Produktionskosten in Deutschland auch deutlich höheren Preise zu zahlen“, sagt Schlechter. In der Folge wandert Produktion zunehmend an günstigere Standorte ab.
Die Lage der Branche ist ernst. Deshalb ist es Aufgabe der Sozialpartner, die Kostenbelastung zu begrenzen. Beim Faktor Arbeit haben wir Tarifparteien es in der Hand, gemeinsam eine kluge Lösung zu finden, die uns auf den Weg der Wettbewerbsfähigkeit zurückbringen. Diese Lösung werden wir in den kommenden Wochen gemeinsam mit der IG Metall suchen.
22.09.2026
Krause: „Vorstellungen der Gewerkschaft sind realitätsfremd. Das macht uns fassungslos“
Der Arbeitgeberverband Südwestmetall weist die Tarifforderung der IG Metall Baden-Württemberg in aller Deutlichkeit zurück. „Eine Forderung von 5 Prozent in der jetzigen Zeit macht uns fassungslos. Damit werden völlig falsche Erwartungen geweckt und wir verlieren aus dem Auge, was nötig ist, um die industrielle Basis in Deutschland zu stärken. Durch die Tarifpolitik können wir es selbst beeinflussen, ob wir auch zukünftig eine starke Industrie in unserem Land haben werden – oder eben nicht“, sagte der Südwestmetall-Vorsitzende Peter Sebastian Krause am Dienstag in Stuttgart. Die Gewerkschaft gefährde mit solch maßlosen Lohnforderungen mitten in der Krise zehntausende zusätzliche Arbeitsplätze.
Für die Arbeitgeber stehe bei der diesjährigen Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie mehr als alles andere das Thema „Kosten senken“ und der Erhalt der industriellen Struktur im Fokus. Solch gewaltige Lohnsteigerungen passten nicht in die aktuelle Zeit, in der immer mehr Wertschöpfung im Inland verlorengeht und immer mehr Betriebe ums Überleben kämpfen. „Es muss uns gelingen, dass unsere Unternehmen hier wieder wettbewerbsfähig produzieren können und somit möglichst viele Arbeitsplätze im Land erhalten bleiben“, stellte Krause unmissverständlich klar. Ziel müsse es sein, Lösungskorridore für Kostensenkungen zu schaffen.
Der Südwesten ist von der aktuellen Krise in der Metall- und Elektroindustrie und von strukturellen Standortdefiziten besonders stark betroffen. Allein im Juni waren 5.400 Jobs in der Branche in Baden-Württemberg verlorengegangen. Seit dem Höchststand von 2019 summiert sich der Verlust damit bereits auf rund 90.000 Arbeitsplätze. 50 Prozent der Unternehmen im Südwesten rechnen mit einer weiter sinkenden Beschäftigung. Nach belastenden Standortfaktoren gefragt, nennen die baden-württembergischen M+E-Firmen am häufigsten die Arbeitskosten (89 Prozent), gefolgt von Bürokratie und Regulierung (86 Prozent) und der Wirtschaftspolitik und Planungssicherheit (74 Prozent). „Diese Ergebnisse zeigen den dringenden Handlungsbedarf“, sagte Krause. In der anstehenden Tarifrunde gelte es nun, die schwierige Situation im Blick zu haben und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Standorts und der Arbeitsplätze zu entwickeln.
22.09.2026
Die IG Metall Küste empfiehlt für die bevorstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie eine Forderung von fünf Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem soll es eine tarifliche Gewinnbeteiligung für prosperierende Betriebe und eine soziale Komponente für einkommensschwächere Beschäftigte geben. „Das ist in Summe überhaupt kein geeignetes Signal, um die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland und die fortdauernde Abwärtsspirale zu bremsen. Der Industriestandort bei uns im Norden und auch im gesamten Land kann nur zukunftsfest gemacht werden, wenn die Arbeitskosten spürbar und nachhaltig sinken“, kommentiert Lena Ströbele, Verhandlungsführerin des Arbeitgeberverbandes NORDMETALL. Dies gelte für die derzeit prosperierenden Branchen genauso wie für die ums Überleben kämpfenden Industriezweige. „Auch volle Auftragsbücher sind kein Garant für zukunftsfeste Arbeitsplätze. Denn wohin die Aufträge am Ende vergeben werden, entscheidet der interne Standortwettbewerb, basierend auf dem externen Kostendruck. Und in dem schneiden ausländische Fertigungs- und Arbeitsstätten oft besser ab.“
Zuletzt habe jedes vierte Unternehmen geplant, Produktion ins Ausland zu verlagern. Die Abwanderung bleibe zudem nicht auf die Fertigung beschränkt; inzwischen seien auch Forschung und Entwicklung andernorts deutlich rentabler. Eine Gewinnbeteiligung werde von den Unternehmen ausgelobt, wenn die Situation dies ermögliche. Ein Tarifvertrag regle dagegen Mindestbedingungen und sei daher der falsche Ort für einen zusätzlichen Einkommensbonus.
„Dass die Forderung niedriger ausgefallen ist als in der vorigen Tarifrunde, ist immerhin ein erstes Zeichen, dass die IG Metall ihre Augen nicht ganz vor den wirtschaftlichen Realitäten verschließt. Das stimmt uns etwas zuversichtlicher für den Auftakt der Gespräche am 8. Oktober in Hamburg. Gleichwohl stehen uns sehr harte Verhandlungen bevor, denn auch im Norden ringen viele Unternehmen um ihre Zukunft“, so Ströbele, die zudem Geschäftsführerin der Lürssen Maritime Beteiligungen GmbH & Co. KG ist.
Das Ziel sei eine zügige und tragfähige Lösung für Beschäftigte und Betriebe, die die Zukunftsfähigkeit der Betriebe nicht weiter belaste, sondern Arbeitsplätze sichere. „Dafür braucht es jetzt schnell einen offenen, ehrlichen und lösungsorientierten Dialog, der nicht auf Eskalation zielt, sondern auf Antworten, Verbindlichkeit und Lösungen.“
22.09.2026
Zur Forderung der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen nach einer Lohnerhöhung von fünf Prozent in der anstehenden Tarifrunde erklärt Henning Brandes, Verhandlungsführer des Verbands der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg (VME):
„Die IG Metall will in dieser Tarifrunde offenbar große Kuchenstücke verteilen – dabei ist in vielen Betrieben unklar, ob überhaupt genügend Mehl zum Backen vorhanden ist. Die Forderung nach fünf Prozent mehr Lohn ist völlig unangemessen. Die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg steckt seit Jahren in einer historischen Strukturkrise. Die Transformation verlangt den Betrieben alles ab. Das weiß auch die Gewerkschaft. Die Personalkosten sind ein gewichtiger Teil des Problems. Die IG Metall darf sich dieser Einsicht nicht verweigern, sonst gefährdet sie die Produktion in Deutschland. Es geht in dieser Tarifrunde darum, Arbeitsplätze und Standorte so abzusichern, dass unsere Unternehmen eine Zukunft haben.
Die Tarifvertragsparteien müssen in einer extrem schwierigen Lage zeigen, dass sie gemeinsam zu einer Lösung kommen, die die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sichert und die Beschäftigung stabilisiert. Kosten senken, Standort retten – das ist die klare Maßgabe für diese Tarifrunde.“
22.09.2026
VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft zur heutigen Forderungsempfehlung der IG Metall Mitte:
„Große Bereiche der Metall- und Elektroindustrie befinden sich in einer Strukturkrise. In dieser Einschätzung besteht kein grundsätzlicher Dissens zwischen IG Metall und uns“, sagte VMET-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Kreft. Der M+E-Standort Deutschland stehe im internationalen Wettbewerb und habe zu hohe Energiepreise, zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie und zu hohe Arbeitskosten. Bei den ersten drei Themen warten beide Tarifvertragsparteien dringend auf die notwendigen Entlastungen durch den Staat sowohl für Arbeitnehmer und Unternehmer. Die Gestaltung der Arbeitskosten liege in unmittelbarer und gemeinsamer Verantwortung beider Flächentarifvertragsparteien. Dr. Kreft: „Daher brauchen wir in dieser Tarifrunde von Beginn an Augenmaß, um angesichts der für breite Teile der M+E-Industrie herrschenden Strukturkrise am Ende der Verhandlungen dann eine Kompromisslösung zu präsentieren, die sowohl für die Mitglieder der IG Metall als auch unsere Mitglieder Akzeptanz findet“.
Zur Wahrheit gehöre, so Dr. Kreft weiter, dass die tariflichen M+E-Vergütungen im Vergleich mit anderen Branchen einen Spitzenplatz belegen. „Uns ist bewusst, dass die in Thüringen am 12. Oktober startenden Verhandlungen mit der IG Metall nicht einfach werden. Mit der gewerkschaftlichen Hauptforderung von 5 Prozent Tabellenerhöhung auf eine Laufzeit von 12 Monaten werden aber zu hohe Erwartungen bei den Beschäftigten geweckt. Auch deswegen, weil es im April dieses Jahres bereits eine Erhöhung von 3,1 % gegeben hat.“
In der jetzt beginnenden Tarifrunde gehe es darum, auch durch wettbewerbsfähige tarifliche Arbeitskosten die industrielle Struktur und die damit verbundenen Arbeitsplätze in Deutschland und Thüringen halten zu können. Der VMET stehe der IG Metall für das notwendige Ringen um tragfähige flächentarifvertragliche Lösungen zur Verfügung, wofür aber auch die Breite der Mitgliedschaft der M+E-Betriebe argumentativ mitgenommen werden müsse, so Dr. Kreft abschließend.
Die erste Tarifverhandlung für 28.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie findet am 12. Oktober 2026, 11:00 Uhr, im Hotel Mercure in Erfurt, Meienbergstrasse 26-27, statt.
22.09.2026
Statement von Dr. Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Metallindustriellen Niedersachsens e.V., zur heute von der IG Metall bekannt gegebenen Forderung für die anstehende Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie:
„5 Prozent für zwölf Monate zu fordern, ist angesichts der katastrophalen Lage in Teilen unserer Industrie schlicht unrealistisch. Diese Forderung passt nicht in die Zeit. Die Tarifvertragsparteien sollten die kommenden Wochen nutzen, um auf diese extrem auseinanderlaufende Situation in der Metall- und Elektroindustrie innovative Antworten zu finden.“
Termine
14.10.2026
Erste Verhandlungsrunde in Sachsen
27.10.2026
Zweite Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Norden
28.10.2026
Zweite Verhandlungsrunde M+E Mitte
30.10.2026
Zweite Verhandlungsrunde in der NiedersachsenMetall-Bezirksgruppe Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim
31.10.2026
Ablauf des Entgelt-Tarifvertrages und Ende der Friedenspflicht